„Pappbuch“, „Pappebuch“, „Pappenbuch“, „Kinderbuch“ ?

„Pappbuch“, „Pappebuch“, „Pappenbuch“, „Kartonbuch“, „Kinderbuch“, …?

– Wie wollen wir es nennen?

SachsenDruck ist die einzige Pappebuchdruckerei in Deutschland. In Gesprächen werden wir immer wieder gefragt: Wie heißt es denn nun? „Pappbuch“, „Pappebuch“, „Pappenbuch“ oder gar „Kartonbuch“?

Der Duden kennt keinen dieser Begriffe, in der Verlagswelt findet man alle Bezeichnungen, mit einem kleinen Vorsprung für das „Pappebuch“. In der Schweiz spricht man wohl gar von „Kinderbuchbindung“. Wir SachsenDrucker sprechen vom „Pappebuch“. Warum?

Dick ist schick!

Das herausragende Merkmal des Pappebuches ist die Materialstärke („Dicke“) seiner Seiten. Wenn man die einzelne Seite nicht falten oder rollen kann, dann ist sie wahrscheinlich aus Karton gemacht.

Entscheidend ist, dass die Seiten des Buches sehr fest und verwindungssteif sind und dass sich Teile nur sehr schwer abreißen lassen. Deshalb eignen sie sich ganz besonders für Kleinkinder, denn Pappebücher sind nicht nur schön, sie sind auch nahezu unverwüstlich.

Karton oder Pappe? Beides!

Moment! Karton? Wir sprechen doch von Pappebüchern? Die Erklärung liegt in der Materialdefinition: Bis zu einem Flächengewicht (Grammatur) von 500 g/qm spricht man von Karton, schwereres Material heißt Pappe. Manche Quellen ziehen die Grenze erst bei 600 g.

Laut DIN 6730 hingegen ist alles oberhalb von 225 g Pappe. Den Begriff „Karton“ kennt die DIN nicht.

Ein weiteres Kriterium ist die Stärke des Materials. Ab ca. 1,5 mm Dicke spricht man üblicherweise von Pappe.

Schaut man nun einige der bei SachsenDruck hergestellten Pappebücher an (Portfolio), so wird man bei den Materialangaben geringere Flächengewichte finden, bspw. 350 g/qm oder 400 g/qm. Bei diesem Material müsste man laut Definition eigentlich von Kartonbüchern sprechen.

Der Unterschied liegt in der Verarbeitung, denn eine Pappebuch-Seite entsteht durch das Aneinanderkleben der Rückseiten zweier Druckbögen. Jeder dieser Bögen ist per Definition auf Grund seines Flächengewichts Karton. Das fertige Produkt ist Pappe, denn 350 g + 350 g = 700 g > 500 bzw. 600 g.

Ganz so genau nimmt es im Alltag allerdings niemand. Oft wird auch leichteres Material ab ca. 200 g/qm verwendet.

Pappebücher können noch viel mehr

Die Stärke des Materials ist übrigens nur eine Besonderheit von Pappebüchern. Ein echtes Highlight ist, dass gegenüberliegende Seiten des Pappebuchs immer ein doppelseitiges Bild in Planlage ohne Unterbrechung im Falz zeigen. Dieser Effekt wird auch „Lay-Flat“ genannt.

Pappebücher bieten sich somit bspw. auch für anspruchsvolle Bildbände an, bei denen es auf unterbrechungsfreie Abbildungen ankommt. In der Weiterverarbeitung stehen sie den Büchern mit „normalgewichtigem“ Papier übrigens in nichts nach. Von Lackierungen bis zum Leineneinband ist alles möglich.

Wann ist ein Buch ein Buch?

Ein kleines Definitionsproblem gibt es dann aber doch noch. Laut UNESCO wird ein Buch erst ab einem Umfang von 49 Seiten zum Buch, was bei Pappebüchern nicht immer der Fall ist.

Entscheidend ist, dass ein Pappebuch mit seiner ganz besonderen Ausstrahlung einfach nur schön anzuschauen und anzufassen ist!